Weit gefehlt. Neulich investierte ich 35 Euro für ein Strommessgerät. Das Ergebnis war schockierend.

Ich war allein mit unserem Terrier Spud. Alle Geräte waren ausgeschaltet. Und trotzdem verbrauchte mein Haus 530 Watt – fast so viel wie 17 Glühbirnen. Spud und ich gingen der Sache auf den Grund und machten Jagd nach den heimlichen Stromfressern.

In meinem Arbeitszimmer schnellte die Anzeige meines Geräts in die Höhe. Der PC fraß 100, der Monitor 40 und der Drucker, obwohl ausgeschaltet, zwei Watt. Das Breitbandmodem und die drahtlose Netzwerkverbindung verbrauchten zehn Watt. Der Fernseher im Stand-by-Betrieb zeigte 24 Watt. Im Gästezimmer – seit Wochen nicht benutzt – konsumierte der alte Radiowecker 44 Watt. Und im Keller hielten 86 Watt pro Stunde den Gefrierschrank am Laufen.

Ich zog überall die Stecker – und dennoch wurden 370 Watt verbraucht. Wo versteckte sich der Stromfresser? Spud brachte ihn zur Strecke. Es war der Badetuchwärmer, vor dem er sich behaglich zusammenrollte. Als ich das Metall berührte, verbrannte ich mir beinahe die Finger. Er verbraucht ungenutzt 370 Watt und verschwendet 8,8 Kilowattstunden pro Tag. In England sind das rund 370 Euro pro Jahr.

In Dänemark verursachen Stromfresser 10 Prozent des gesamten Stromverbrauchs. Hinter jeder Wohnungstür in Deutschland werden durchschnittlich 45 Watt pro Stunde verschleudert. Dadurch werden 14 Millionen Tonnen CO2 in die Atmosphäre geblasen.

Auf der Suche nach meinen Stromfressern habe ich Erstaunliches entdeckt: Ein ungenutztes Mikrowellengerät frisst sechs Watt. Eine Stereoanlage im Stand-by-Betrieb verschwendet 18 Watt und ein Bewegungsmelder bis zu fünf Watt pro Stunde.

Die Strompreise schwanken von Land zu Land. Aber als Faustregel gilt: Jedes pro Stunde verbrauchte Watt kostet einen Euro im Jahr. Sparen Sie Kosten, und ziehen Sie den Stecker an allen ungenutzten Geräten.

Das ist schon deshalb wichtig, weil in Europa der Stromverbrauch in 15 Jahren fast um ein Drittel gestiegen ist, trotz der höheren Preise. Gleichzeitig ging die Produktion zurück: 2006 hat die EU 9 Prozent Strom weniger erzeugt als zehn Jahre zuvor.

Mit fatalen Folgen. In Europa werden 55 Prozent der Energie importiert. Der Löwenanteil – ungefähr ein Drittel – kommt aus Russland. Was ausbleibender Nachschub bedeutet, zeigte sich letzten Winter: In 20 Ländern war die Versorgung gestört oder wurde ganz eingestellt. „Wir brauchen eine Energiewende“, sagt Fatih Biral, Chefökonom der Internationalen Energieagentur. „Und die Zeit arbeitet gegen uns.“

Soll diese Energiewende stattfinden, muss sie in den privaten Haushalten beginnen: Sie verbrauchen ein Viertel der gesamten Energie Europas. Hier schlummert das größte Einsparpotenzial.

Die Stromfresser aufzuspüren, wie ich es getan habe, ist nur ein Anfang. Stecken Sie Ihren Telefonakku aus, wenn er nicht gebraucht wird, so mögen Sie Ihr Umweltgewissen beruhigen, doch es spart gerade so viel wie eine Sekunde Autofahrt.

Dennoch können wir etwas tun. Auf Stand-by-Betrieb zu verzichten ist nur einer von 20 Tipps. Und alles, was Geld spart, entlastet die Umwelt.
 

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