Carmen Rohrbach, eine der bekanntesten Reiseschriftstellerinnen Deutschlands, macht sich in Ihrem jüngsten Buch auf zu einer Reise durch das faszinierende Ägypten. Tausend Kilometer folgt sie dem sagenumwobenen Nil durch das Land und beschreibt dabei das Niltal, als hätte kein Mensch es je zuvor erblickt. Sie hat Teil am Leben seiner Bewohner und wandert, nur mit ihrem Esel als Begleiter, durch die Wüste. Auch den berühmten Pyramiden von Giseh stattet sie einen Besuch ab:
 
Die Straße führt schnurgerade auf sie zu. Im Dunst Kairos sind sie zunächst nur schemenhaft zu erkennen, dann wachsen ihre geometrisch scharfen Formen immer gewaltiger hervor: die Pyramiden von Giseh. Sie sind das Einzige der sieben Weltwunder der Antike, das bis in unsere Zeit überdauert hat.
 
Ich hatte befürchtet, enttäuscht zu werden, da mir die Pyramiden von zahlreichen Abbildungen nur allzu vertraut sind. Doch kein Bild kann die persönliche Begegnung mit diesen rätselhaften Zeugen einer fernen Vergangenheit ersetzen. Ihre markanten Konturen, die wie mit dem Lineal gezogen sind, und ihre vollkommene Form lassen mich staunen, ihre Mächtigkeit überrascht mich. Sie sind größer, als ich sie mir vorstellen konnte. Gewaltig wirken sie, diese steinernen Rätsel einer versunkenen Epoche, die uns Fragen stellen, die wir nicht beantworten können.
 
Es ist noch früh am Tag. Im Licht der Morgenröte erglühen die Pyramiden zartrosa. Mit ihren Spitzen berühren sie dreifach den Himmel. Jetzt, da ich die Pyramiden mit eigenen Augen sehe, kann ich erst ermessen, an welch gewaltiges Werk sich die Menschen vor Tausenden von Jahren gewagt haben. Mit uns heute primitiv erscheinenden Werkzeugen bewältigten sie eine Aufgabe, die mich mit Bewunderung erfüllt.
 
Wie schafften sie es, dass die Pyramiden oben tatsächlich spitz zuliefen? Eine Abweichung der vier Kanten um nur zwei Grad hätte dazu geführt, dass sie am Ende nicht zusammengekommen, sondern um 15 Meter auseinandergeklafft hätten. Woher hatten die Baumeister vor 4500 Jahren ihr Wissen?
 
Faszinierendes über die Bauwerke Ägyptens, die Carmen Rohrbach auf ihrer Reise besucht, und weitere abenteuerliche Erlebnisse können Sie in ihrem Buch „Im Reich von Isis und Osiris“ nachlesen, das in unserer Reihe „Im Spiegel der Zeit“ erschienen ist.
 
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1 Kommentare

Inge Gester on 25 April 2011 ,10:22

Ich lese seit mindestens 30 Jahren Ihr Monatsheft von Reader's Digest und habe auch ein Geschenk-Abo laufen, auch schon seit einigen Jahren. Mit gefällt Ihr Magazin außerordentlich gut, sonst wäre ich ja nicht schon so lange Abonnentin; mein Mann liest ebenfalls mit Interesse Ihr Magazin.

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